Ahoi, ich bin Johanna!

Als Rheinländerin ist der Segelsport auf jeden Fall nicht das Erste, woran man denkt, auch wenn viel Wasser rund um Bonn zu finden ist. Viele verrückte Zufälle und noch mehr Schnapsideen waren es zu verdanken, dass mein Mann (Norman) und ich 2018 auf einem Segelboot landeten. Nicht, dass wir ernsthafte Segelerfahrung hätten vorweisen können…

 

Doch durch einen einwöchigen Segelurlaub an der dänischen Südsee (Ostsee) inspiriert, entschieden wir 2017 alles auf eine Karte zu setzen und ziemlich viel Geld in den Kauf eines Segelboots zu investieren. Klar war: Das Budget ist klein. Daher war unsere SY IRMA auch etwas älter als wir selbst. Zusätzlich entschieden wir, diese Entscheidung gleich mit einem Umzug an die deutsche Ostseeküste zu verbinden und auch auf die Wohnungssuche zu verzichten.

 

Die erste Hürde, die es nach der Bootsuche, dem Kauf und der Jobsuche zu bewerkstelligen galt, war die Überführung des Segelboots von Mallorca nach Deutschland. Mit einer Woche Segelerfahrung ein langer Weg raus aus dem Mittelmeer, entlang der Algarve, weiter Richtung spanischer Atlantikküste bis Höhe dem Cap Finistère (bekannt als Endpunkt des Camino de Santiago) und weiter über die unter Seglern gefürchtete Biskaya gen Bretagne, um dann schließlich im englischen Kanal langsam, aber sicher den Nord-Ostsee-Kanal anzusteuern.

 

Ein großes Abenteuer, vielleicht sogar das größte unseres bisherigen Lebens!

Ich möchte ehrlich sein, wir waren super aufgeregt und versuchten zunächst verzweifelt, weiteres Know-how an Bord zu lotsen. Doch außer moralischem Beistand in Form von Familienmitgliedern reichte das Budget nicht für einen Profiskipper.

 

Norman flog alleine nach Mallorca und segelte die ersten 10 Tage nach einer intensiven Einführung durch den Boots-Verkäufer auf eigene Faust nach Malaga. Der erste Erfolg: ohne sich selbst oder das Boot zu versenken. Ich zu Hause organisierte währenddessen den Umzug, fuhr den Transporter gen Lübeck, lagerte unsere Sachen ein und machte Druck!!!

Wenn du merkst, dass du mit der Natur nicht verhandeln kannst!

Du musst wissen, ich liebe To-do-Listen, ich liebe es, wenn alles ordentlich ist und ich das Gefühl habe, ich bin „on the top oft Things“, wie man im Englischen so schön sagt. Man könnte es auch Kontrollzwang nennen 😉 Als natürlicher Chaot gibt mir diese unnatürliche Routine Sicherheit. Sicherheit durch Kontrolle, durch Zwang und verbissene Disziplin.

 

Dieses antrainierte Muster trieb mich dazu, Normans Reisefortschritt stets mit Argusaugen im Blick zu behalten und falls notwendig, den eng getakteten Plan noch mal (und noch mal) in Erinnerung zu rufen! Und ich sage es dir, er war deutlich HINTER dem Plan! Norman versuchte mir jedes Mal mit der Geduld eines Stoikers zu vermitteln, dass man mit dem Wind und dem Wetter nicht verhandeln kann. Ich verstand es erst einmal nicht!

 

Als ich später in Porto (Portugal) zustieg, wurde mir erst einmal das Ausmaß unseres Vorhabens deutlich. Die Atlantik-Dünung war gewaltig. Ich weiß noch, wie meine Knie nachgaben, als ich am Mast stand, um das Großsegel einzuholen und ich gefühlt in 6 Meter tiefe Wellentäler blickte und dabei versuchte, nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Seitdem war ich ein bisschen nachsichtiger. Aber nur ein bisschen.

 

Auch als wir nach einem viel zu kalten Winter (-15 Grad) ein Jahr später Vollzeit an Bord reisten und arbeiten viel es mir superschwer, meine Pläne loszulassen. Ich arbeitete nun selbstständig als Freelancer die ganze Woche von Bord aus und wie von Hexenhand war uns am Wochenende der Wind nicht gut gesonnen. Als ob ich es mir nicht hätte selbst aussuchen können, saß ich verbissen immer zur selben Zeit morgens um 8 Uhr am Laptop und ließ den Griffel erst um 17 Uhr (deutsche Zeit) fallen. Verrückt!

 

Durch meine eigenen „ambitionierten Ziele“, die uns bei der Verwirklichung unseres Segellebens ganz klar schon gute Dienste geleistet hatten, kamen wir nun in Situationen, die Norman, der alte Abenteurer super wegsteckte, ich aber deutlich zu kämpfen hatte. Nicht, dass ich seekrank geworden wäre, nein!

 

Ich entwickelte ausgewachsene Panikattacken auf See.

Du musst wissen, ein Segelboot ist zum einen eher langsam unterwegs. Und zum anderen bewegt es sich permanent durch den Wellengang auf drei Bewegungsachsen im „Raum“ (Seegang). Zudem umfassen die Reisestrecken insbesondere an der Atlantikküste meist den ganzen Tag oder sogar noch längere Zeiträume UND das Wichtigste:

 

Beim Segeln kannst du nicht rechts ranfahren und eine Pause von der Situation machen. Auch wenn wir uns für einen Abbruch des Törns entschieden, konnte es Stunden dauern, bis wir im nächsten Hafen festgemacht hatten. Eine Situation, mit der ich sehr zu kämpfen hatte.

 

So konnte es nicht weiter gehen!

Anstatt dem Segeln, der Natur und meiner Selbstständigkeit meinen unnatürlichen Zwang aufdrücken zu wollen, musste ich mich endlich anpassen, sonst würde das hier NICHT funktionieren. Ich entschied mich, alte bewährte Techniken in die Bordroutine einzubauen:

 

Ich verwarf zunächst all unsere Pläne und genoss einen „faulen“ Sommer an der Algarve vor Anker. Wir wechselten nur den Ankerplatz, wenn wir neues Wasser benötigten oder doch mal in eine andere Bucht segeln wollten. Zeit spielte keine Rolle mehr! Rückblickend einer der schönsten Sommer meines (bisherigen) Lebens 😊

 

Mit Einschlafmeditationen kam ich meist auch in stürmischen Nächten zur Ruhe, anstatt mir im Bett liegend ein Worst-Case-Szenario nach dem Nächsten auszumalen und im Schlafanzug bei Wind und Wetter an Deck herumzuturnen und nach dem Rechten zu schauen. Oder wenn es wirklich zu doll wurde, erlaubte ich mir auch eine Auszeit von Bord und ließ es mir in einem Hostel oder Airbnb gut gehen.

 

Bei aufkeimenden Panikattacken konzentrierte ich mich auf meine Atmung, versuchte nicht gegen die Bewegung des Bootes zu arbeiten, sondern ließ mich auf den Rhythmus ein. Ich suchte mir Ablenkung in Form von Knoten üben, Podcast hören, nach Delfinen Ausschau halten, singen oder nach Landluft schnuppern…

 

Aber irren ist menschlich und so gelang es mir natürlich nicht immer, meine alten destruktiven Muster von Bord zu werfen. Doch wie heiß es so schön: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung!

 

Warum du jeden Tag Erbsen zählen solltest!

Meine Aufmerksamkeit richtete ich nun noch mehr auf die Schönheit der Natur und übte mich in Dankbarkeit und legte meine Listen beiseite. Meine Mama hatte mir dazu dankenswerterweise die tolle Geschichte vom Erbsenzähler (Uwe Heimfeld) und einen kleinen Beutel mit getrockneten Erbsen geschenkt. Und ganz ehrlich gibt es denn etwas Schöneres, als umgeben zu sein von Delfinen, Mondfischen, Krebsen und Seevögeln… ?

 

Ich entdeckte meine Leichtigkeit in den Momenten der Entzückung wieder, wenn z. B. eine Delfin-Schule vorbeischaute oder wir lautlos über das Wasser segelten, oder ein traumhafter Sonnenuntergang, der einen herrlichen Tag beendete oder wir auf einen herrlichen Bauernmarkt einkauften oder wir den nächstgelegenen Gipfel erklommen und in der Bucht unsere Irma bewunderten. Und das Beste:

 

Diese Erinnerungen kann mir keiner mehr nehmen!

Egal, was gerade wieder für ein Terror in der Welt geschieht. Egal, ob auf dem Wasser oder an Land. Diese Erinnerungen sind mein Zen-Moment, durch den ich neue Energie, Dankbarkeit und Zuversicht tanken kann.

 

Seit Anfang 2021 leben wir nun im sagenumwobenen Harz, haben Irma verkauft und entdecken diese herrliche Ecke Deutschlands für uns. Denn wenn ich in der Natur bin, egal ob an Land oder auf dem Wasser, fühle ich mich verbunden mit meinem Urvertrauen. Jede Situation (auch Todesangst) rückt in eine sehr natürliche Relation „Tja, dann sterbe ich halt … “ Ich lasse alles los und komme in der Gegenwart an. Und was soll ich dir sagen, meine Erfahrungen geben dem rheinischen Sprichwort recht: „Et hätt noch immer jot jejange!“ (Es ist noch immer gut gegangen)

 

Heute begleite ich als Outdoor-Life-Coach, Feuerlauftrainerin und Mentorin (selbstständige) Frauen bei ihren großen Träumen und Zielen und nutze die Natur als beste Coaching-Methode der Welt. So erreichen meine Klientinnen ihre Ziele mit Leichtigkeit, denn sie erfahren ihre eigene Stärke, Mut und Zuversicht in der Natur und machen sich so zum eigenen Maßstab! Wenn dich das Thema interessiert, schau doch mal bei den Gipfelstürmerinnen vorbei: https://www.johannatschirpke.de

 

Hallo,

ich bin Gudrun und komme aus einem Dorf im Harzer Vorland! Ich liebe die Natur, gehe gern wandern und wir haben einen großen Garten, den mein Mann und ich gemeinsam bestellen und aus dem wir viele Monate frisches Gemüse ernten.

Ich bin gelernte Kauffrau und habe bis zu meinem Schicksalstag sehr gern gearbeitet, größtenteils im Außendienst mit eigenem Firmenwagen. Ich bin sehr ehrgeizig und hatte immer Freude daran, selbstständig zu arbeiten. Mein größter privater Wunsch war immer, einmal den Jakobsweg in Spanien zu gehen und über Wochen mit Minimalgepäck in der Natur zu sein.

In meinem Leben ist alles anders gekommen. Auf dem Weg ins Büro bin ich frontal mit einem anderen Auto zusammengefahren. Ein junger Mann hatte sich einen Sportwagen ausgeliehen und wollte in Schlangenlinien das Fahrverhalten des kleinen Flitzers testen!

Dieser Unfall hat mein Leben durcheinandergewirbelt. Ich hatte schlimme Trümmerbrüche linksseitig und war fast ein halbes Jahr in einer Rehaklinik. Auf dem Weg der Besserung ist mein linker Oberschenkel wegen schlechter Erstversorgung wieder gebrochen und das Bein brauchte ein weiteres halbes Jahr für die Heilung.

Ich war am Ende. Keine Pläne zu haben, und nicht zu wissen, wie mein Gesundheitszustand sein wird, wenn alle Trümmerbrüche ausgeheilt sind, haben mich tieftraurig gemacht. Nachts konnte ich nicht schlafen und mich plagten Zukunftsängste! Materiell waren die Sorgen nicht so gravierend, aber ich wusste nicht, wo zukünftig mein Platz im Leben sein wird.

In kleinen Schritten habe ich langsam wieder ins Leben zurückgefunden. Viele Spaziergänge im Wald haben mir gezeigt, wie schön die Natur ist und wie toll die Jahreszeiten im Harz sind! Ich habe gelernt, den Ärzten respektvoll gegenüberzutreten, aber Diagnosen auch kritisch zu hinterfragen.

Die Prognose, zukünftig nur mit einem Stock als Hilfsmittel gehen zu können, habe ich von Anfang an für mich in Frage gestellt. Ich habe gelernt, dass wir Menschen alle verschieden sind und dass es auch jeder selbst ein Stück in der Hand hat, wie der Heilungsprozess verläuft.
Ich bin dankbar für gute Einsichten und Erkenntnisse, die mir immer zum richtigen Zeitpunkt durch den Kopf gegangen sind. Den Ehrgeiz, geduldig zu sein, und immer am Ball zu bleiben, waren Dinge aus meinem Berufsleben und diese Eigenschaften habe ich lange Zeit für mein Gesundwerden gebraucht.

Nachdem ich insgesamt zwei Jahre krank war, war es mein größter Wunsch, wieder richtig laufen zu lernen und ich bin nicht ins Berufsleben zurückgekehrt. Ich habe alle Möglichkeiten wahrgenommen, habe viel über alternative Heilmethoden gelesen, habe mich gesund ernährt und Rehasport betrieben. Ich gehe seit dieser Zeit regelmäßig in eine Gymnastikgruppe, die hoffentlich nach der Pandemie wieder aktiv ist. Den Jakobsweg kann ich nicht laufen, dafür bin ich nicht gesund genug! Aber auf der Via Regia, die von Görlitz nach Eisennach führt, bin ich 3 Jahre hintereinander immer für eine Woche gelaufen und ich bin zufrieden, dass ich mir solche manchmal auch anstrengende Wege zumuten kann.

Ich bin in meinem Leben angekommen und ich glaube, ohne diese schlimme Zeit, wäre ich nicht die, die ich heute bin!

Ich mag es ab und zu mal aus meiner Komfortzone gekrabbelt zu kommen und deshalb habe ich mich besonders gefreut, als meine Freundin von einem Extrem-Wanderevent im Harz erzählt hat, zu dem wir uns dann angemeldet und vor ein paar Wochen daran teilgenommen haben.

Das ganze Event, die Organisation und die liebevollen Details, sowie das Motto der Veranstaltung haben mich ganz schön beeindruckt und irgendwie hat mich das nicht mehr losgelassen, so dass ich meinen ganzen Mut zusammen genommen habe, um den Geschäftsführer von E.M.T.I Extremwandern Marcus Tugendheim um ein Interview zu bitten.

Nachfolgend findest du das spannende Interview.

 

Was ist deine Vision?

Mein Team und ich wollen die Menschen dazu bewegen, die Natur wieder mehr zu spüren. Sie ist wunderschön und gerät so schnell in Vergessenheit. Zwischen unserem Alltagsstress und unserer schnelllebigen Gesellschaft mit vielen technischen Möglichkeiten, geraten wir schnell in eine Spirale voller Leistungsdruck.

Unser Ziel ist es, die immer weiter schwindenden „früheren“ Werte beizubehalten. Dazu zählen für uns vor allem Teamgeist, Zusammenhalt und tiefsinnige, inspirierende Gespräche. Und wo kann man das besser machen als in der freien Natur, an einem wunderschönen sonnigen Tag?

Wir treten jedes Extremevent gemeinsam an und beenden es auch gemeinsam. Bei uns zählt nicht, wer als erstes ins Ziel läuft, sondern vielmehr, dass jeder Teilnehmer seine selbstgewählte Distanz bis zum Ende läuft.

Deshalb bieten wir zukünftig für jedes individuelle Fitnesslevel verschiedene Distanzen an, für jeden ist eine Herausforderung dabei!

 

 

Welche Hindernisse musstest du auf dem Weg überwinden?

Mein Traum, etwas zu bewegen und zu verändern startete im Jahr 2017. Die Sehnsucht eine eigene Klamotten-Marke zu designen war riesig. So entstand hier bereits die Marke „E.M.T.I“ (Die Initialen meines Namens, Marcus Tugendheim (MT), englisch ausgesprochen). Genauso groß waren aber auch die Zweifel und Ängste. „Wie platziere ich die Marke auf dem Markt und wie kann ich gegen die großen Marken konkurrieren?“.

Entmutigt von der ganzen Skepsis, verwarf ich vorerst mein Vorhaben wieder.

Aufgeben war allerdings noch nie eine Option für mich. Schon damals hatte ich einen Satz im Kopf, der mich später noch auf die richtige Idee bringen wird: „Um die Spitze eines Berges zu erreichen, wirst du einen Weg finden nach oben zu gelangen. Von der einen Seite kann es leicht sein und von der anderen schwer“.

Das Stichwort „Berg“ und das damit verbundene Wandern wurde schließlich 2019 zu einem meiner liebsten Hobbies. Ich erinnerte mich an meine Bundeswehrzeit zurück und die damit verbundenen Märsche.

Motiviert suchte ich mir eigenständig eine Tour raus und wanderte los. Nach einigen Kilometern wollte ich aufgeben, ich hatte Blasen, meine Beine brannten und ich konnte nicht mehr. Aufgeben war aber keine Option und so beendete ich meine Tour. Ich war süchtig! Süchtig nach dem Gefühl über meine eigenen Grenzen hinauszuwachsen, das Gefühl seine Ziele zu erreichen und die anschließende, vollkommende Zufriedenheit danach.

So absolvierte ich dann meinen ersten 100km Marsch an einem heißen Hochsommertag, bei brütender Hitze. Die ersten Blasen traten bereits nach 21km auf, aber ich wollte es schaffen. Ich kam ins Ziel und war einfach nur überwältigt von meinen Emotionen.

2020 dann der große Einschnitt: Die Corona-Pandemie.

Gefrustet von dem Stillstand meines Vorhabens, verbrachte ich viele Tage des Lockdowns mit weiten Wanderungen. Ich fasste den Entschluss ein Unternehmen zu gründen und mich nicht unterkriegen zu lassen!

So gründete ich 2021 die „E.M.T.I UG“, ein riesengroßer Schritt für mich!

Mit Hilfe meiner Familie und Freunden wuchs die Idee: Mein größtes Hobby mit anderen teilen zu wollen. Es entstand das E.M.T.I-Extremwandern und die damit verbundenen Events.

Wir organisieren dir eine Mega-Route in deiner Wunschdistanz, Verpflegungsstopps, Krankenwagen für deine Sicherheit und bejubeln dich für deine Leistung am Ziel!

 

Was hat dich motiviert dran zu bleiben?

Mir selber vor Augen zu halten, dass ich Menschen bewegen möchte. Ich möchte etwas erschaffen, was nur von mir kommt.

Neben privatem Stress Zuhause, war ich auch in der Schule nie der „Beliebteste“ und meine Noten siedelten sich eher im schlechteren Bereich an. Ich wollte mein altes „Ich“ hinter mir lassen und etwas erreichen, weshalb die Leute stolz auf mich sind und zu mir heraufschauen. Diese Gedanken motivierten mich immer wieder nicht aufzugeben.

Mit diesem Unternehmen habe ich die Möglichkeit, eigene Ideen einfließen zu lassen. Hier kann ich frei sein und entscheiden, welche Schritte zukünftig den meisten Erfolg bringen. Es macht mir unheimlich viel Spaß die Reaktion der Leute auf meine eigenen Ideen mitzuerleben. Viele freuen sich über meine Pokale, über die Medaillen ihrer Vierbeiner nach dem Zieleinlauf und andere tragen meine selbst entworfenen T-Shirts oder Pullover. Das macht mich unglaublich dolle stolz!

 

Was bedeutet dir das Wandern?

Das Wandern bedeutet für mich frei zu sein.

Wenn ich alleine wandern bin, höre ich Musik und kann abschalten oder ganz in Ruhe über mich und mein Leben nachdenken. Das tut mir richtig gut.

Natürlich gehe ich auch oft mit Freunden wandern und wir verbinden das mit lustigen Gesprächen, ein paar Bierchen und lassen einfach mal die Seele vom Alltagsstress baumeln.

Neben den vielen gesundheitlichen Vorteilen, die das Wandern natürlich mit sich bringt, gibt es mir einen perfekten Ausgleich zur Arbeit und dem alltäglichen Wahnsinn.

Suche ich persönliche Herausforderungen, wandere ich eine weite Strecke. Das Gefühl dieses Ziel zu erreichen, ist einfach unglaublich und hat mir persönlich auch dabei geholfen mein Selbstbewusstsein zu stärken.

Ich kann es jedem nur empfehlen!

 

Hat sich die Mühe gelohnt?

Neben den ganzen Niederlagen, Einbrüchen und Selbstzweifeln, kann ich heute sagen, dass sich dieser steinige Weg auf jeden Fall gelohnt hat. Ich bin bereits jetzt wahnsinnig stolz auf mich.

Ich bin noch lange nicht am Ziel und hoffe viele Menschen zukünftig bewegen zu können.

 

Wenn du auch Lust hast aus deiner Komfortzone zu treten und deine eigenen Grenzen auszutesten oder einfach Lust hast mit anderen Menschen wandern zu gehen und dabei selbst zu entscheiden, wie weit du gehen möchtest, dann bekommst du hier weitere Infos und wenn du willst kannst du dich dort auch direkt zur nächsten Veranstaltung anmelden.

“Bevor man die Welt verändert, wäre es doch vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten!”
Paul Claudel, französischer Schriftsteller, 1868-1955

 

Sag mir, wo die Käfer sind…

Natürlich geht es nicht nur um Käfer. Der Verlust der biologischen Vielfalt betrifft alle lebendigen Systeme, alle biologischen Reiche als da sind Pflanzen, Tiere und Pilze. Besser noch drückt es der Begriff „Biodiversität“ aus, weil er viel umfassender ist und u. a. auch die Vielfalt der Lebensräume mit einbezieht und damit auch große Teile der unbelebten Natur.

 

Insekten als Indikator

 

Im Fachjournal Biological Conservation haben kürzlich 25 weltweit führende Insektenforscher eine „Warnung an die Menschheit“ ausgesprochen.

Demnach sind bereits rund 500.000 Insektenarten seit Beginn der Industrialisierung ausgestorben. Das sind rund 10 % der geschätzten 5.500.000 Insektenarten unseres Planeten.

Das Aussterben speziell der Insekten geht unaufhörlich weiter und beschleunigt sich aktuell zu einem geradezu atemberaubenden Tempo. Man spricht bereits seit vielen Jahren vom 6. Aussterben, analog zu den 5 großen Faunen- und Florenschnitten der Erdgeschichte. Der Unterschied: Die Ursache sind wir Menschen. Die Insekten zeigen es uns deutlich

 

Es betrifft uns alle

 

Unsere Spezies ist jedoch nicht nur die Ursache, sondern in absehbarer Zeit wohl auch selbst Opfer dieser Entwicklung. Uns ist offensichtlich der Zusammenhang zwischen uns als biologischen Wesen und einer uns umgebenden intakten Natur als Lebensgrundlage abhanden gekommen.

Wir müssen diesen Zusammenhang wieder mühselig lernen – aber wie?

Ein Weg ist, in sich selbst hineinzuhorchen. Ein Spaziergang draußen in der Natur, in einem noch weitgehend natürlichen Umfeld, baut Stress ab, entspannt und steigert unser Wohlbefinden. Das ist kein Märchen, sondern in vielen Studien belegt. Dazu gehört übrigens auch die Geräuschkulisse: Vogelgesang, das Rauschen eines Baches oder des Windes in den Blättern, manchmal auch Stille.

Viele von uns, ich würde sogar behaupten die meisten, suchen im Urlaub genau das, nämlich möglichst intakte Natur. Sogar die Werbeindustrie hat das erkannt und wirbt mit solchen Lokalitäten – selbst die Autoindustrie. Sieht man sich einen beliebigen Werbespot für einen SUV an, so sieht man diese Fahrzeuge sehr oft durch eine grandiose, ansonsten menschenleere Naturlandschaft rasen.

 

Was kann jeder Einzelne tun?

 

Jeder von uns kann dazu beitragen, indem die Hauptursache erkannt und möglichst beseitigt wird: der Verlust und die Vergiftung der Lebensräume, speziell für Insekten. Ein zugegeben kleiner, aber wichtiger Beitrag kann der eigene Garten oder sogar der Balkon sein. Etwas „Wildnis“ in der unmittelbaren Umgebung schadet bestimmt nicht. Die vielfältigen Möglichkeiten können wir im Folgenden nur anreißen.

 

Wie kann das in der Praxis aussehen?

 

Ein wichtiger Beitrag wäre z. B., keinen Mähroboter einzusetzen – den überlebt kein Insekt. Selbst das Mähintervall auf mindestens 4 Wochen zu erhöhen, wäre schon hilfreich. Tretwildkräuter wie Gänseblümchen oder Gänsefingerkraut würden sich freuen. Noch besser ist es, Vegetationsinseln oder -streifen und erst im Spätherbst zu mähen (nicht zu Schlegeln!!) und abzuharken. Das Schnittgut kann kompostiert werden, so überlebt ein Teil des Insektennachwuchses. Die Larven z. B. des Rosenkäfers können sich im Kompost entwickeln.

 

Ein ganz wichtiger Aspekt ist darüber hinaus die Auswahl der Bepflanzung im eigenen Garten. Oberste Priorität haben natürlich einheimische Blütenpflanzen, Sträucher und auch Bäume und davon möglichst die Wildformen. Unsere Insekten sind daran angepasst, mit Exoten können sie nichts anfangen. Das betrifft übrigens auch Zuchtformen mit gefüllten Blüten – kein Insekt kommt da an Nektar oder Pollen, sofern überhaupt vorhanden.

Das führt zu folgenden Tipps:

 

Forsythie, Thuja, Kirschlorbeer, Rhododendron – Völlig wertlos, die Insekten verhungern daneben. Alternativen: Kornelkirsche, Roter Hartriegel, Wolliger Schneeball, Weißdorn, Zwergmispel, Artengruppe Rote Johannisbeere

 

Geranien – dasselbe Problem, Alternative: z. B. Kapuzinerkresse

 

Zuchtrosen, alle Pflanzen mit gefüllten Blüten – bitte nicht verwenden, stattdessen die Wildformen

 

Alle einheimischen Pflanzen, die sich von selbst ansiedeln, sollten willkommen sein. Das sind diejenigen, die auch unsere Insekten fördern. Selbst die Brennnessel z. B. gehört dazu, die Raupen von mindestens 6 Tagfalterarten können sich ausschließlich von dieser Pflanze ernähren.

 

 

 

Mit etwas Geduld (und vielleicht viel weniger Arbeit als man denkt) kann man sich die Natur direkt vor die Haustür holen. Man hilft damit nicht nur der Natur, sondern fördert auch das eigene Wohlbefinden (s. o.). Das ist auf jeden Fall hilfreicher, als auf eine graue(nhafte) Schotterfläche zu starren, wie sie leider immer mehr werden.

 

Das Problem kann hier nur angerissen werden. Es gibt aber die Möglichkeit, beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN sowie bei der Bingo-Umweltstiftung entsprechende Broschüren mit umfangreichen Informationen über das Thema zu bestellen. Das gilt für die gedruckte Fassung, sie stehen aber auch als PDF zum Download zur Verfügung. Hier die entsprechenden Links:

 

https://nlwkn-webshop.webshopapp.com/insektenvielfalt.html

 

https://www.bingo-umweltstiftung.de/wp-content/uploads/2021/09/Bingo-Stiftung-Gartenbroschuere-2021-08-06.pdf

 

 

Gerwin Bärecke

 

Kennst du auch jemanden, der sich so für sein Thema engagiert wie Gerwin und damit etwas Gutes für die Gesellschaft bewirken kann? Dann lass es mich bitte wissen und schick mir eine kurze E-Mail an info@harz-happiness.de.
G
erne würde ich mehr darüber in meinen Newslettern berichten.

 

Mein unvermeidlicher Weg in die Angststörung und meine Wanderung hinaus.

Heute fällt es mir leicht, über diese Themen zu schreiben. Geht es uns nicht allen so, dass wir nach einer durchgestandenen Krise denken „ach war ja alles nur halb so wild, das habe ich überlebt.“ Aber wenn man mittendrin steckt, dann fühlt sich das Loch so tief an, dass man denkt niemals hinaus zu kommen.

Als Jasmin mich fragte, ob ich nicht einen Beitrag für ihren Newsletter schreiben wolle, war ich erst überrascht. Möchte meine Geschichte wirklich jemand hören? Ich bin doch nur Vanni von nebenan. Die vergangenen Jahre haben mir aber gezeigt, dass psychische Erkrankungen immer noch ein Tabuthema sind, dass wir uns dafür schämen, wenn unsere Seele erkrankt.

Meine Vision ist, das zu ändern. Es ist okay, wenn es dir nicht gut geht und du kannst wieder gesund werden.

 

Wer bin ich?

Wer ist diese Vanessa von nebenan also? Ich bin 38 Jahre alt, habe zwei Kinder im Alter von zwei und sechs Jahren und einen sehr liebevollen und unterstützenden Ehemann. Ich hatte auch immer einen sehr sicheren und gut bezahlten Job. Jackpot oder? Warum ist sie dann überhaupt krank geworden?

Wahrscheinlich war es die Summe aus Vielem, aber vor allem das Ignorieren meines Herzens, meiner Seele und den damit einhergehenden Werten.

 

Die Werte des Lebens

Hast du dich schonmal gefragt, was deine Werte sind und ob du danach lebst – privat und beruflich? Das Tückische oder eigentlich Gute ist, dass dein Unterbewusstsein deine Werte natürlich kennt und merkt, ob du nach ihnen lebst oder eben nicht. Also wird dir deine Seele auf kurz oder lang schon den richtigen Weg zeigen, auch wenn es durch eine Krankheit ist.

Meine Werte waren schon immer Ehrlichkeit, Authentizität, Respekt für Mensch, Tier und Umwelt, Nächstenliebe und Freiheit, Abenteuer, Wissensdurst.

Diese Werte konnte ich in meinen Beruf als Abteilungsleiterin in einem Industrieunternehmen schlichtweg nicht leben. Ich war noch recht jung für diese Verantwortung und versuchte diesen Mangel mit mehr Arbeit zu kompensieren, mehr Wertschätzung für meine Mitarbeiter in meinem Kosmos, mehr Miteinander zwischen den Abteilungen. Ich fühlte mich wie eine müde Löwin, die für das Gute kämpfte. Zwei Burnouts später, war ich noch immer Teil dieser Firma. Meine Seele musste mir wirklich viele Signale senden und war geduldig mit mir.

Als in diesem ganzen Wirrwarr mein Mann in mein Leben trat, veränderte sich Vieles. Ich konnte meine Werte kaum noch ignorieren, wollte nicht mehr bis in die späten Abendstunden im Büro sitzen und meinen Urlaub bis ins nächste Jahr aufschieben. Ich wollte leben – JETZT. Privat erfüllte sich ein Traum, wir zogen schnell zusammen, feierten eine Traumhochzeit und bekamen unser erstes Kind. Soviel Sinn erfüllte mich. Ich genoss die Zeit zu Hause sehr und die Angst vor dem Wiedereinstieg in meinen alten Beruf, wurde übermäßig groß.

Für mich gab es zu dem Zeitpunkt aber keine Alternative. Heute weiß ich, dass ich mir einfach nicht die richtigen Fragen gestellt hatte.

Als mein Sohn 1 1/2 Jahre alt war, ging er also zur Tagesmutter und ich wieder ins Büro. Es war furchtbar. Die Trennung viel mir schrecklich schwer. Er weinte, ich weinte und nachmittags waren wir beide so erschöpft von dem Tag, dass eigentlich kein richtiges Leben mehr stattfand. Jeden Tag fragte ich mich immer und immer wieder, wo ist hier der Sinn? Was tue ich hier?

Ich möchte nicht, das hier ein falscher Eindruck entsteht. Ich finde es total wichtig und schön, als Mama wieder arbeiten zu gehen, besonders, wenn dich dein Beruf erfüllt, dich glücklich macht und du viel Wertschätzung erfährst. Dann kann es eine wahre Bereicherung sein, denn ich finde gerade Selbstbestimmung und Verwirklichung kommen als Mutter ja oft zu kurz. Ich sehnte mich aber einfach nach Zeit mit meinem Kind, nach Unbeschwertheit und Freiheit.

Rückblickend bin ich ziemlich schnell krank geworden und dennoch dauerte es fast ein ganzes Jahr, bis ich es erkannte.

 

Meine erste Panikattacke

Genau in der Silvesternacht von 2016 auf 2017 hatte ich meine erste Panikattacke. Wir lagen schon zeitig im Bett, waren alle erkältet und wollten einfach nur schlafen. Da kam plötzlich ein Gefühl hoch. Heiß und kalt, Herzrasen, Übelkeit, kribbelnde Hände und Füße und ich war mir sicher, dass es jetzt vorbei war. Ich dachte an einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder was auch immer. Dieses Gefühl „hier stimmt etwas nicht“ nahm mir regelrecht die Luft zum Atmen. Ich alarmierte meinen Mann und wir versuchten mich irgendwie auf die Beine zu bekommen, rauszufinden was ist, aber wir waren völlig überfordert und riefen den Notarzt.

Um das Ganze abzukürzen, ich verbrachte Silvester im Krankenhaus, wurde nur halbherzig untersucht und wieder entlassen, fuhr mit dem Taxi nach Hause und weinte die ganze Nacht. Ich glaube, dass die Ärzte ahnten, dass es eine Panikattacke war, es sprach aber niemand aus und ich war mit meinen Sorgen alleine. Ich erholte mich so halbwegs und der Alltagstrott ging von vorne los. Arbeiten, weinen, sich nach dem Sinn fragen.

Im April buchten wir einen schönen Urlaub in der Toskana. Das war schon immer ein Traum von mir. Und da lag ich dann in unserem Garten, in der Sonne, guckte in die Ferne und fühlte mich einfach nur leer und traurig. Alles dumpf und trostlos und ohne Sinn. Natürlich weiß ich heute, dass ich auf jeden Fall schon eine mittelschwere Depression hatte. Ich hatte plötzlich Angst vor allen möglichen Erkrankungen, Ausflügen und mein Körper spielte verrückt, er schickte mir 100 Symptome und ich war nur noch durch den Wind. Mein Körper und Nackenbereich waren so verspannt, dass mir regelmäßig schwindelig wurde.

Im Sommer kam dann die  bleibende Angst dazu. Ich hatte einfach immer Angst. Jeden Tag, den ganzen Tag. Ich hatte einen rasenden Puls, mir war übel und ich quälte mich durch jeden Tag. Eine absolute Belastung für unsere Beziehung und auch für meinen Sohn. Ich konnte es ja selber nicht verstehen.
Meinen einzigen Trost fand ich im Laufen. Jeden Tag lief ich mindestens eine Runde durch den Wald. Ich fühlte mich dabei wieder lebendiger und merkte, dass da noch ein bisschen Vanessa in diesem Körper steckt.

Als ich ein Meeting vorzeitig verlassen musste, weil ich eine Panikattacke bekam, zog ich die Reißleine und ließ mich krankschreiben. Auf unbestimmte Zeit, mir war alles egal.
Zu Hause ging es mir zwar besser, aber die Frage, wie ich wieder zurück in den Alltag komme, quälte mich so sehr, dass ich bei dem bloßen Gedanken an die Arbeit, Schwindelanfälle bekam. Ich konnte mittlerweile nicht mehr schlafen, weil mich die Ängste auch in der Nacht heimsuchten.

 

Masterplan 

Ich wühlte mich durch Internetforen, las alles über Stress, Angst und Panikattacken was ich finden konnte und ganz langsam gestand ich mir ein, dass es so nicht weitergehen kann. Ich erarbeitete mir einen Masterplan, recherchierte, rechnete, grübelte, sprach mit meinem Mann und kündigte dann meinen Job. Ja genau – von heute auf morgen. Ich kündigte ebenfalls den Platz meines Sohnes bei der Tagesmutter und hatte ihn fortan bei mir zu Hause.

Und dann? Ich heilte. Ich machte eine Therapie, Yoga, ich meditierte, klopfte EFT, sang Mantren und entdeckte so viel Neues an mir. Ich tanzte, wenn mir danach war und genauso weinte ich. Ich wurde dankbar und demütig für die kleinen Dinge und integrierte meine Werte in mein Leben.

Heute schreibe ich sogar ein Buch über meine Erfahrung und meinen Weg und wünsche mir, dass es vielen Menschen hilft.
Ich bin nie wieder in ein Büro zurückgekehrt.

Ich habe eine wundervolle Aufgabe gefunden, die mich Selbstverwirklichung und Familie vereinbaren lässt, die Sinn stiftend und gut für Mensch, Tier und Umwelt ist. Sie lässt mich Neues lernen und mich frei fühlen. Ich bin heute voller Träume und Visionen für meine Zukunft und dieses neue Lebensgefühl ist unbezahlbar.

Wenn ich dir mehr über meinen Weg und meine neue Berufung erzählen darf, folge mir bei Instagram www.instagram.com/vannis__world/ oder finde weitere Informationen hier:

https://vanessa-ringat.ringana.com/corporate/distribution/

 

 

Vorwort von Jasmin Frommhold:

Rebekka und ich haben uns 2018 bei unserer Ausbildung zur Waldachtsamkeitstrainerin kennengelernt. Der Funke ist sofort übergesprungen, die Sympathie war auf Anhieb da, so dass wir in der Zeit der Ausbildung, vor allem in der Prüfungsvorbereitungszeit einen engen Austausch gepflegt und sogar ein gemeinsames Abschlussprüfungsprojekt  ausgearbeitet haben. Es war eine wunderbare Zeit.

Dieses Jahr haben wir uns zum Team-Tag unserer Ausbildungsstätte der SRH Fernhochschule nach 3 Jahren wieder getroffen und durften gemeinsam mit unseren Ausbildungskolleg*innen die Mitarbeiter*innen der SRH in die Waldachtsamkeit führen. Das ganze Waldachtsamkeits-Event hat Rebekka organisiert.

Da kam mir die Idee Rebekka in meinem Newsletter vorzustellen, weil ich sie so unheimlich sympathisch und inspirierend finde, vor allem wie sie die vielen verschiedenen Bereiche ihres Lebens ( Familie, feste Arbeitsstelle, Selbstständigkeit, weitere Projekte) unter einen Hut bekommt und trotz ihres selbst oft betonten Perfektionismus und ihrer immer mal wieder kommenden Selbstzweifel dennoch ihren Weg des Herzens geht.

 

Rebekka:

Als mich Jasmin fragte, ob ich vielleicht etwas über mich und meine Motivation schreiben würde, sagte ich ganz spontan ja. Ich schreibe sehr gerne, aber vorzugsweise über andere. An meiner Arbeitsstelle bin ich verantwortlich für eine Zeitschrift, die wir dreimal pro Jahr herausgeben und sich insbesondere an unsere ehemaligen Patientinnen und Patienten, aber auch an unsere Zuweiser und Kostenträger richtet. Ab und an kommt es dabei vor, dass ich ausgewählte Personen, die mir über ihr Leben berichten, portraitiere. Eine wunderschöne Aufgabe, die mir sehr viel Freude bereitet, weil ich dabei Menschen näher oder von einer neuen Seite kennenlernen darf. Das ist spannend und ich bin immer wieder überrascht, wie facettenreich wir alle doch sind, welche Wege eingeschlagen werden und was uns Besonders macht.

Nun stehe ich vor der Aufgabe mich kurz und knapp zu portraitieren. Gar nicht so einfach. Was erzähle ich denn? Wer bin ich? Das ist eine gute Frage.

Vielleicht stelle ich mich mal vor. Mein Name ist Rebekka Barth, ich bin Mutter von drei großartigen Mädels und Ehefrau eines wundervollen Mannes. Seit mittlerweile 13 Jahren arbeite ich als Dipl. Betriebswirtin in den unterschiedlichsten Funktionen im Geschäftsbereich Suchthilfe eines großen Sozialunternehmens. Aktuell bin ich dort Referentin der Geschäftsführung.

Mein Herz hängt zum einen sehr an meiner Familie, zum anderen an der Natur.

Gemeinsame Zeit versuchen wir deshalb nach Möglichkeit draußen zu verbringen. So kam der Wunsch auf, die Natur nicht nur meinen Kindern näher zu bringen, sondern auch anderen Kindern zu zeigen, wie schön es draußen ist und was man dort alles erleben kann. 2014 machte ich deshalb eine Ausbildung zur Naturpädagogin und arbeite seither in meiner Freizeit viel mit Kindern.

Im Berufsleben stellte ich die letzten Jahre mehr und mehr fest, wie viel doch von uns allen verlangt wird und es insbesondere Erwachsenen oft schwerfällt, sich abzugrenzen oder einen Ausgleich zum Arbeitsleben zu finden- oft auch mir selbst. So erwuchs der Wunsch auch Erwachsenen zu zeigen, wie gut die Natur, wie gut der Wald tut- wie einfach es doch ist dort abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen. Ohne festes Ziel und ohne Druck, dafür mit wachen Augen durch den Wald zu gehen, die Spuren des Bibers zu erkunden, den Kleiber zu beobachten, oder den Zaunkönig zu entdecken und dies alles mit einer kindlichen Neugierde und voller Freude.

So kam es dazu, dass ich 2018 an der SRH den Wald-Achtsamkeitstrainer gemacht habe. Es erschien mir damals wichtig, fundiertes Wissen für das, was ich draußen immer spüre, zu erhalten. Eine sehr intensive Zeit. Nach weiteren drei Jahren spürte ich das Verlangen, erneut Neues zu lernen und so kam es, dass ich mich in einer Jagdschule angemeldet hatte mit dem Ziel, den Jagdschein zu machen. Warum ich hierüber berichte? Obwohl ich mich in der Natur und mit Tieren sehr gut auskenne und auch an der SRH sehr viel darüber gelernt habe, wie man mit Stress umgeht und das anderen auch vermittle, brachte mich die Vorbereitung auf diese Prüfung an meine Grenzen.

Vor der mündlich-praktischen Prüfung hatte ich immer das Gefühl ich weiß, trotz intensiven Lernens viel zu wenig, um diese Prüfung zu bestehen. Diese Versagensangst hat sich so zugespitzt, dass ich in den Wochen davor kaum mehr schlafen konnte, früh morgens aufgewacht bin und immerzu dachte, das packe ich nie. Meine Familie hat in dieser Zeit sehr unter mir zu leiden, keiner kannte mich bisher so und ich glaube, am schlimmsten für sie war, dass ich nicht fähig war gute Ratschläge anzunehmen bzw. dass es mir nicht möglich war, all das in meinen vielen Kursen Gelernte, anwenden zu können. Dazu kam, dass mir das Schießen mit der Flinte keine Freude bereitete. Während des Kurses hatte ich, aus verschiedenen Gründen heraus verlernt, den Kipphasen zu treffen. Schießtraining um Schießtraining war vom Nichttreffen geprägt. Mittlerweile ist mir klar, man darf nicht zielen, um zu treffen. Für einen Kopfmenschen, der so gerne perfekt wäre, gar nicht so einfach, nur aus der und auf die Situation zu reagieren.

Wie kam es dann? Die schriftliche Prüfung und auch die mündlich-praktische Prüfung meisterte ich mit Bravour- mein Wissen hat also doch ausgereicht, aber den Hasen in der Schießprüfung, den traf ich nicht.

Hinterher fühlte mich sehr schlecht und dachte, ich werde nie treffen. Hab mir die Frage gestellt, warum ich das überhaupt tue, denn eigentlich will ich doch gar nicht auf Tiere schießen und ich hab sehr an mir gezweifelt. Ein kleiner Funke „Siegeswille“ glühte aber noch in mir und ich meldete mich zur Nachprüfung an. Dieser Funke trieb mich dazu, mich aufzurappeln. Ich habe sehr viel über die Situation nachgedacht und mir überlegt, wo das Problem liegt. Zu einer Erkenntnis kam ich aber nicht sofort.

Dazu führten erst unzählige Stunden auf dem Schießstand gemeinsam mit meinem Mann (dessen Geduld ich sehr bewundere, denn ich bin einfach beratungsresistent und ich habe den Hasen zu dieser Zeit kein einziges Mal getroffen!!!) der den Glauben an mich nicht verloren hat, sowie viele intensive Gespräche mit ihm und anderen lieben Menschen. All das hat mir geholfen mit etwas Abstand wieder klar zu sehen.

Ich fand durch die Gespräche heraus, dass nicht das Schießen mein Problem war, sondern ich mir selbst im Weg stand! Mein Perfektionismus, mein Grübeln darüber, warum es nicht funktioniert, haben mich blockiert. Ich hatte vergessen, worauf es ankommt. Mir fehlte der Glaube an mich, ich hatte die Leichtigkeit und die Freude verloren und war so eingenommen von der Versagensangst, dass ich nicht mehr klar denken konnte.

Als mir das bewusst wurde, fiel es mir wie Schuppen von den Augen – nicht der Hase ist das Problem, sondern meine Einstellung. Ab diesem Tag ging ich wieder mit Freude auf den Schießstand und mit dem Bewusstsein den Kipphasen zu sehen und einfach nur zu reagieren. Ich war endlich wieder in der Lage das Gelernte abzurufen und was soll ich sagen, ich traf den Metallhasen sofort. Ein Glücksgefühl übermannte mich. Klar kamen bis zur Prüfung immer mal wieder Zweifel. Diese konnte ich aber umgehend wegpacken und durch positive Gedanken ersetzen. Jeden Abend vor dem Einschlafen malte ich mir aus, wie schön es sein wird, wenn ich abends nach der Prüfung die Urkunde überreicht bekomme. Immer wenn die Zweifel kamen, habe ich mich bei mir für das Bestehen der Prüfung bedankt. All das führte dazu, dass ich ruhig in die Prüfung ging und wusste, ich werde das schaffen. Und so kam es, aber das Gefühl war sogar noch viel schöner, als ich es mir immer ausgemalt hatte.

Warum erzähle ich das. Jeder von uns kommt irgendwann an einen Punkt, an dem er an sich zweifelt. Das müssen nicht immer riesige Einschnitte sein, es kann auch einfach nur ein Jagdschein sein, der dazu führt, das man strauchelt. Was ich heute weiß ist, es ist nicht schlimm manchmal zu zweifeln. Wichtig ist, wieder zu sich zu finden und dabei keine Scheu zu haben, sich mit anderen über seine Ängste/ Bedenken zu unterhalten. Man muss nicht immer alles allein schaffen- manchmal geht das auch gar nicht. Das ist mir klar geworden. Es ist keine Schwäche auch einmal schwach zu sein, denn am Ende wächst man an sich selbst.

Dankbar bin ich für die lieben Menschen (Jasmin gehört übrigens auch dazu), die mich in dieser Zeit begleitet und ertragen haben! Sie gaben mir Kraft und Zuversicht, durch Ihren Glauben an mich. Noch immer liege ich abends im Bett und bin unendlich dankbar. Dankbar für diese Erfahrung!

 

Wenn du mehr über Rebekkas Selbstständigkeit und ihre Angebote erfahren möchtest geht es hier entlang.